SERA (Standardised European Rules of the Air) - Umsetzung im Rahmen der LVR 2014
Bei der Umsetzung von SERA geht es konkret um die EU Verordnung 923/2012, die von der EASA (Europäische Agentur für Flugsicherheit) für den ATM Bereich entwickelt wurde. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Änderungen.

Mindestflughöhen (Sichtflüge)
Das Gefährdungspotential von Industrieanlagen wird nicht mehr erwähnt. Eine Bewilligung zur Unterschreitung der Mindestflughöhe ist nunmehr auch bei Brücken und ähnlichen Bauwerken sowie bei verspannten Seilen bzw. Drähten erforderlich.

Night VFR
Seitens Flugsicherung werden für Sichtflüge bei Nacht dieselben Verfahren angewendet wie bei Tag. Mindest-Sichtwetterbedingungen für Flugsicht und Abstand von Wolken wie unter Tags, im Luftraum G jedoch:
  • Flugsicht = 5 km
  • Hubschrauber = 3 km, Erdsicht
  • Erdsicht in und unter 900 m (3.000 ft) Höhe über MSL oder 300m (1.000 ft) Höhe über Grund - maßgebend ist die größere Höhe

Einzuhaltende Mindestflughöhe, außer bei Start und Landung:
  • mindestens 600 m (2.000 ft) über dem höchsten Hindernis in einem Umkreis von 8 km
  • mindestens 300 m (1.000 ft) über dem höchsten Hindernis in einem Umkreis von 8 km im kontrollierten Luftraum außerhalb von hohem Gelände/gebirgigen Gebieten

VFR Sonderflüge in Kontrollzonen (Special VFR)
Zulässig mit:
  • Flugverkehrskontrollfreigabe
  • frei von Wolken und mit Erdsicht
  • Flugsicht mindestens 1.500 m, für Hubschrauber mindestens 800 m
  • Geschwindigkeit von 140 kt IAS oder weniger
  • nur während des Tages
  • Bodensicht mindestens 1.500 m, für Hubschrauber mindestens 800 m
  • Hauptwolkenuntergrenze mindestens 180 m (600 ft)

Instrumentenflüge
Für IFR Flüge ist ab einer Flughöhe von 9.500 ft(MSL) RNAV vorgeschrieben. Der Pilot eines Luftfahrzeugs muss, wenn er beabsichtigt, vom Flug nach Instrumentenflugregeln zum Flug nach Sichtflugregeln überzugehen, die zuständige Flugverkehrskontrollstelle besonders davon unterrichten, dass der Flug nach Instrumentenflugregeln gestrichen ist und die Änderungen übermitteln, die am bisherigen Flugplan vorzunehmen sind.

Instrumentenflüge außerhalb des kontrollierten Luftraumes
Flüge nach Instrumentenflugregeln außerhalb des kontrollierten Luftraumes sind nur nach veröffentlichten Verfahren zulässig.

Flugplanung
Die Aktivierung eines Flugplanes erfolgt durch Übermittlung der Startmeldung. Der Luftfahrzeugführer hat für alle Flüge mit Start nach Sichtflugregeln eine Startmeldung zu übermitteln, sofern ein Flugplan aufgegeben wurde.
Dieses Erfordernis gilt nicht
  • für Starts von Flugplätzen wo sich eine Meldestelle für Flugverkehrsdienste im Dienst befindet
  • wenn im Flugplan angegeben wurde, dass keine Abflugmeldung übermittelt wird
Für einen NICHT – aktivierten Flugplan wird im Falle der Überfälligkeit kein Alarmdienst erbracht.

Eingeschränkter Flugplan
Ein Flugplan mit beschränkten Informationen gem. SERA 4001 a) kann an Flugverkehrskontrollstellen übermittelt werden, um Freigaben für einen Flugabschnitt (z.B.: Kreuzen einer CTR oder Landung auf einem kontrollierten Flugplatz) zu erhalten. Flugalarmdienst wird hierbei nur für diesen Teilabschnitt des Fluges ausgeübt. Die Ausübung des Flugalarmdienstes endet mit der Freigabe zum Verlassen der Flugverkehrskontrollfrequenz.

Schließen eines Flugplans
Sind die Kommunikationseinrichtungen am Zielflugplatz oder -einsatzort bekanntermaßen unzureichend und sind keine alternativen Vorkehrungen für die Bearbeitung von Landemeldungen am Boden getroffen, sind folgende Maßnahmen zu treffen: Unmittelbar vor der Landung hat das Luftfahrzeug, sofern möglich, der zuständigen Flugverkehrsdienststelle eine Meldung zu übermitteln, die einer Landemeldung vergleichbar ist, sofern eine solche erforderlich ist. In der Regel hat diese Übermittlung an die Bodenfunkstelle zu erfolgen, die der Flugverkehrsdienststelle zugeordnet ist, welche für das Fluginformationsgebiet zuständig ist, in der das Luftfahrzeug betrieben wird.

Temporäre zivile Luftraumreservierung (TRAs)
Als temporäre zivile Luftraumreservierung gelten die Lufträume der Klasse C oder D von definierter vertikaler und horizontaler Ausdehnung, die in der Zeit der jeweiligen Aktivierung, temporär als Luftraum der Klasse G klassifiziert werden. Die vertikale und horizontale Ausdehnung sowie die Benutzungsbedingungen sind nach §120a LFG von Austro Control anzuordnen und in luftfahrtüblicher Weise kundzumachen.
  • Regelung laut LVR
  • Publikation der Ausmaße in der AIP
  • Betriebsverfahren in AIC

Radio Mandatory Zone (RMZ)
In einer RMZ müssen:
  • Flüge nach Sichtflugregeln im Luftraum E, G
  • Flüge nach Instrumentenflugregeln im Luftraum G dauernde Hörbereitschaft auf dem entsprechenden Kanal für den Flugfunk-Sprechfunkverkehr aufrechterhalten und eine Zweiweg-Funkverbindung herstellen.

Vor dem Einflug in eine Zone mit Funkkommunikationspflicht hat der Pilot auf dem entsprechenden Funkkommunikationskanal eine Erstmeldung zu machen, die die Kennung der gerufenen Station, das Rufzeichen, das Luftfahrzeugmuster, den Standort, die Höhe und die Flugabsichten enthält. Der Sinn dieses Luftraums besteht darin, dass alle Flüge innerhalb der RMZ voneinander wissen und durch die Positionsmeldungen in ihrer Anwendung der Ausweichregeln unterstützt werden.

Derzeitige RMZs: LOAV und LOAN

Transponder Mandatory Zone (TMZ)
In einer TMZ müssen alle Flüge einen SSR-Transponder, der in den Modi A und C oder im Modus S geschalten werden kann, mitführen und betreiben. Ausnahmen dazu können telefonisch bei der zuständigen Flugverkehrsdienststelle eingeholt werden. (Es sind keine generellen Ausnahmen vorgesehen!)

Derzeitige TMZs: LOWW und LOWI

Allgemeine Transponderbetriebspflicht
Der Betrieb von kraftangetriebenen Zivilluftfahrzeugen schwerer als Luft mit starren Tragflächen, Hubschraubern und Gyrocoptern ist in den Lufträumen der Klasse E grundsätzlich nur mit einem betriebsbereiten Transponder Mode S mit Druckhöhenübermittlung zulässig. An diesen Transpondern ist bei Flügen mit diesen Luftfahrzeugen, soweit von einer Flugverkehrsdienststelle nicht anders aufgetragen wurde, unaufgefordert der Code 7000 inklusive automatischer Druckhöhenübermittlung einzustellen. Derzeit dürfen bereits eingebaute Transponder, die nicht in Mode S betrieben werden können, bis zum 31. Dezember 2017 weiterhin verwendet werden. Im Falle des Austausches dieser Transponder siehe oben.

Sonstige Änderungen
Keine Änderung gibt es bei Fallschirmsprüngen und Verbandsflügen.
Kunstflüge: Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn die Erfüllung der Aufgaben des Flugverkehrskontrolldienstes nicht gefährdet ist ….
Unbemannte Ballone: WX Ballone gelten als „leichte“ Ballone und benötigen KEINE Zustimmung der Flugsicherung für deren Aufstieg.
Bemannte Freiballone: Keine Unterschreitung der Mindestflughöhen außer für Abflug und Landung.
Hangsegelflug: Ausweichregeln sind gefallen.
 
Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte der LVR 2014
Die neue Luftraumstruktur stellt den besten Kompromiss zwischen den Bedürfnissen des Flugsports und der kommerziellen Luftfahrt dar:
  • Über 10.000ft operierende IFR Flüge werden durch freigabepflichtige Lufträume oder TMZ geschützt
  • IFR An-/Abflugverfahren unter 10.000 ft werden unterhalb einer Höhe, die als unkritisch definiert wird, geschützt
  • Andere Anflugführungen unter 10.000 ft erfolgen weiterhin in Luftraum E, um den Luftsportaktivitäten Freiraum zu gewähren (Transponderverpflichtung betrifft Flugzeuge, Hubschrauber und Gyrocopter)
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Die hier veröffentlichten Informationen sind lediglich begleitend zu bestehenden Verlautbarungen in Luftfahrtgesetzen und -verordnungen zu sehen und ersetzen nicht Verlautbarungen in amtlichen Publikationen.
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